Proformarechnung erstellen

Proformarechnung erstellen: Zweck bei Vorkasse, Export und Zoll, keine Umsatzsteuer, kein Vorsteuerabzug, Abgrenzung zur Rechnung. Mit Billendo.

Manchmal braucht ein Kunde ein rechnungsähnliches Dokument, bevor überhaupt eine echte Rechnung fällig ist – etwa um eine Vorkasse zu begründen, eine interne Bestellung freizugeben oder eine Sendung durch den Zoll zu bringen. Genau dafür gibt es die Proformarechnung. Sie sieht aus wie eine Rechnung, hat aber eine andere Funktion: Sie ist eine Voraborientierung über den voraussichtlichen Rechnungsbetrag und löst keine steuerliche Zahlungspflicht im klassischen Sinne aus.

Wer eine Proformarechnung erstellen möchte, sollte den Unterschied zur echten Rechnung gut verstehen, damit es später keine Verwirrung bei Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug gibt. In diesem Leitfaden erklären wir dir, was eine Proformarechnung ist, wofür du sie typischerweise einsetzt, warum sie keine Umsatzsteuerwirkung entfaltet und wie du eine Proformarechnung mit Billendo sauber abbildest, ohne deine reguläre Buchhaltung durcheinanderzubringen.

Was ist eine Proformarechnung?

Eine Proformarechnung ist ein Dokument, das einer Rechnung im Aufbau stark ähnelt, rechtlich aber keine Zahlungsaufforderung im eigentlichen Sinne darstellt. Der lateinische Ausdruck pro forma bedeutet sinngemäß der Form halber – das Dokument wird also vor allem aus formalen oder organisatorischen Gründen erstellt, nicht um eine fällige Forderung zu begründen.

Inhaltlich enthält eine Proformarechnung ähnliche Angaben wie eine echte Rechnung: Absender, Empfänger, eine Beschreibung der Waren oder Leistungen sowie die voraussichtlichen Beträge. Der entscheidende Unterschied liegt in ihrer Funktion. Sie dient der Information und Vorabklärung, nicht der endgültigen Abrechnung einer bereits erbrachten Leistung.

Damit es keine Verwechslung gibt, sollte eine Proformarechnung deutlich als solche gekennzeichnet sein. So erkennt jeder Beteiligte auf den ersten Blick, dass es sich nicht um die steuerlich wirksame Rechnung handelt, sondern um ein vorbereitendes Dokument.

Wofür du eine Proformarechnung brauchst

Die Einsatzgebiete einer Proformarechnung sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Branche und Geschäftsmodell. Allen gemeinsam ist, dass ein rechnungsähnliches Dokument benötigt wird, bevor die eigentliche Rechnung sinnvoll oder fällig ist. Eine Proformarechnung schafft hier eine verbindlich wirkende Grundlage, ohne schon eine steuerliche Forderung auszulösen.

Häufig wird eine Proformarechnung verlangt, wenn eine Zahlung im Voraus erfolgen soll, der Kunde aber ein nachvollziehbares Dokument für die Überweisung oder seine interne Freigabe braucht. Auch im internationalen Handel spielt sie eine wichtige Rolle.

  • Vorkasse: Du belegst dem Kunden den voraussichtlichen Betrag, bevor du die Leistung erbringst

  • Export und Zoll: Im internationalen Versand dient sie als Begleitdokument zur Wertangabe der Ware

  • Interne Freigaben: Der Kunde benötigt ein Dokument, um eine Bestellung intern zu genehmigen

  • Kostenklärung: Du gibst eine verbindlich wirkende Übersicht der voraussichtlichen Kosten

Gerade beim Versand von Waren ins Ausland verlangen Zollbehörden oft eine Proformarechnung, etwa bei Mustern, Geschenken oder Sendungen ohne Verkaufswert. Sie hilft dem Zoll, den Wert der Ware einzuschätzen, auch wenn keine reguläre Handelsrechnung vorliegt.

Proformarechnung und Umsatzsteuer

Ein zentraler Punkt, der die Proformarechnung von der echten Rechnung unterscheidet, ist ihre Behandlung im Umsatzsteuerrecht. Eine Proformarechnung löst in der Regel keine Umsatzsteuerwirkung aus. Sie ist keine ordnungsgemäße Rechnung im Sinne der umsatzsteuerlichen Vorgaben und führt allein dadurch nicht dazu, dass du Umsatzsteuer abführen musst.

Ebenso wichtig: Aus einer Proformarechnung kann der Empfänger in der Regel keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Der Vorsteuerabzug setzt grundsätzlich eine ordnungsgemäße Rechnung mit allen Pflichtangaben voraus. Eine Proformarechnung erfüllt diese Funktion bewusst nicht, weshalb sie nicht als Grundlage für die Vorsteuer dient.

Genau deshalb ist die klare Kennzeichnung so wichtig. Würdest du in einem als Rechnung wirkenden Dokument unbeabsichtigt Umsatzsteuer offen ausweisen, könnte das ungewollte steuerliche Folgen haben. Wie du in deinem konkreten Fall mit der Umsatzsteuer auf Proformadokumenten umgehst, klärst du am besten mit deinem Steuerberater, da hier viele Einzelheiten eine Rolle spielen.

Abgrenzung zur echten Rechnung

Der wichtigste Unterschied zwischen Proformarechnung und echter Rechnung liegt im Zweck und in den rechtlichen Folgen. Die echte Rechnung dokumentiert eine erbrachte oder vereinbarte Leistung, begründet eine konkrete Zahlungsforderung und ist die Grundlage für Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug. Die Proformarechnung dagegen informiert vorab und hat keine dieser steuerlichen Wirkungen.

In der Praxis ist es üblich, dass auf eine Proformarechnung später die echte Rechnung folgt. Hast du etwa eine Vorkasse über eine Proformarechnung angekündigt und der Kunde zahlt, stellst du im Anschluss die ordnungsgemäße Rechnung mit allen Pflichtangaben aus, die dann steuerlich wirksam ist.

  • Echte Rechnung: begründet eine Zahlungsforderung, ist umsatzsteuerlich wirksam, erlaubt Vorsteuerabzug

  • Proformarechnung: dient der Vorabinformation, ohne Umsatzsteuerwirkung und ohne Vorsteuerabzug

Diese saubere Trennung schützt dich und deinen Kunden vor Missverständnissen. Jeder weiß, welches Dokument welche Funktion hat und welches letztlich für die Buchhaltung maßgeblich ist.

Typische Einsatzszenarien im Detail

Schauen wir uns einige typische Situationen genauer an, in denen du eine Proformarechnung erstellen wirst. Im Exportgeschäft ist sie oft unverzichtbar: Wenn du Waren ins Ausland versendest, möchte der Zoll wissen, welchen Wert die Sendung hat. Bei Warenmustern oder Geschenken ohne Verkaufswert dient die Proformarechnung als Wertnachweis, auch wenn keine Handelsrechnung existiert.

Im Inland kommt die Proformarechnung häufig bei Vorkasse-Geschäften zum Einsatz. Ein Neukunde, mit dem du noch keine Geschäftsbeziehung hast, soll vorab zahlen, bevor du tätig wirst. Statt einer regulären Rechnung schickst du eine Proformarechnung, auf deren Basis er überweist. Erst nach Erbringung der Leistung folgt die echte Rechnung.

Auch in größeren Organisationen ist die Proformarechnung beliebt: Eine Einkaufsabteilung benötigt oft ein konkretes Dokument mit Beträgen, um eine Bestellung intern freizugeben. Die Proformarechnung liefert genau diese Grundlage, ohne dass du bereits eine fällige Forderung erzeugst.

Was auf eine Proformarechnung gehört

Auch wenn eine Proformarechnung keine ordnungsgemäße Rechnung im steuerlichen Sinne ist, sollte sie übersichtlich und vollständig sein, damit sie ihren Zweck erfüllt. Sinnvoll sind deine Absenderdaten, die Daten des Empfängers, eine klare Beschreibung der Waren oder Leistungen, die voraussichtlichen Einzel- und Gesamtbeträge sowie eine eindeutige Kennzeichnung als Proformarechnung.

Für Exportzwecke kommen oft weitere Angaben hinzu, etwa zum Ursprungsland der Ware, zu Gewicht oder Stückzahl. Welche Angaben im Einzelfall verlangt werden, hängt vom Bestimmungsland und der Art der Sendung ab. Hier lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen Anforderungen oder eine kurze Rücksprache mit deinem Logistikpartner.

Wichtig ist, dass die Proformarechnung in sich stimmig wirkt und der spätere Übergang zur echten Rechnung leichtfällt. Wenn die Positionen und Beträge bereits sauber aufgeführt sind, kostet dich die anschließende ordentliche Rechnung kaum noch Aufwand.

Proformarechnung mit Billendo erstellen

Mit Billendo bildest du den Ablauf von der Vorabinformation bis zur echten Rechnung komfortabel ab. Du legst deinen Kunden einmal in der Kundenverwaltung an und erfasst die geplanten Leistungen oder Waren als Positionen. Über die Artikelverwaltung greifst du dabei auf bereits hinterlegte Produkte und Dienstleistungen zurück, sodass du nichts doppelt eintippst.

Den voraussichtlichen Betrag stellst du übersichtlich dar und kennzeichnest das Dokument klar, damit Kunde und gegebenenfalls Zoll sofort erkennen, dass es sich um eine Vorabinformation handelt. So vermeidest du Verwechslungen mit einer steuerlich wirksamen Rechnung.

Sobald aus der Vorabklärung ein echtes Geschäft wird – der Kunde zahlt die Vorkasse oder die Leistung ist erbracht – erstellst du in Billendo die ordnungsgemäße Rechnung mit allen Pflichtangaben nach Paragraf 14 UStG und fortlaufender Nummer. Diese Rechnung ist dann die steuerlich maßgebliche Grundlage, die du als PDF oder E-Rechnung versendest.

Vorkasse sauber abwickeln

Vorkasse ist einer der häufigsten Anlässe für eine Proformarechnung. Du kündigst dem Kunden den voraussichtlichen Betrag an, er überweist, und erst danach wirst du tätig oder versendest die Ware. Damit du den Überblick behältst, hilft dir das Dashboard von Billendo, deine offenen Posten und eingehenden Zahlungen im Blick zu behalten.

Sobald die Vorkasse eingegangen ist und du die Leistung erbringst, wandelt sich der Vorgang in eine echte Rechnung. So bleibt die steuerlich relevante Abrechnung von der vorbereitenden Proformarechnung getrennt, und deine Buchhaltung bleibt sauber. Genau diese Trennung ist wichtig, damit am Ende nur die echten Rechnungen in deine Umsatzaufstellung einfließen.

Arbeitest du nicht als Kleinunternehmer, summiert Billendo die für die Umsatzsteuer-Voranmeldung relevanten Beträge aus deinen echten Rechnungen automatisch. Die Proformarechnung bleibt dabei außen vor, weil sie eben keine Umsatzsteuerwirkung entfaltet.

Kleinunternehmer und Proformarechnung

Auch als Kleinunternehmer nach Paragraf 19 UStG kannst du Proformarechnungen einsetzen, etwa bei Vorkasse oder im Versand. Da du als Kleinunternehmer ohnehin keine Umsatzsteuer gesondert ausweist, ist die Frage der Umsatzsteuerwirkung hier weniger heikel – die Trennung zwischen Vorabdokument und echter Rechnung bleibt aber genauso wichtig.

In Billendo hinterlegst du in deinem Profil, dass du Kleinunternehmer bist. Auf deinen echten Rechnungen ergänzt die Software dann automatisch den Hinweis nach Paragraf 19 UStG, sodass deine Abrechnung formal stimmt. Um diesen Satz musst du dich nicht selbst kümmern.

Ob die Kleinunternehmerregelung für dich vorteilhaft ist und wie du Proformadokumente in deinem konkreten Fall am besten handhabst, ist in der Regel eine Frage für deinen Steuerberater. Billendo unterstützt dich, indem es deine echten Umsätze im Dashboard zusammenführt, damit du deine Entwicklung im Blick behältst.

Proformarechnung im internationalen Versand

Im grenzüberschreitenden Handel hat die Proformarechnung einen festen Platz. Versendest du Waren ins Ausland, begleitet sie die Sendung häufig als Dokument, das den Wert der Ware ausweist. Das gilt besonders dann, wenn keine reguläre Verkaufsrechnung existiert – etwa bei Mustern, Ersatzteilen, Garantiesendungen oder Geschenken.

Für den Zoll ist diese Wertangabe wichtig, um Einfuhrabgaben einzuschätzen. Auch wenn der Versand keinen Verkauf darstellt, möchte die Behörde wissen, was die Ware wert ist. Eine sauber erstellte Proformarechnung liefert genau diese Information und beschleunigt damit oft die Abwicklung.

Welche konkreten Angaben dein Bestimmungsland verlangt, hängt vom jeweiligen Fall ab. Hier hilft dir ein Blick auf die Anforderungen deines Logistikdienstleisters. Billendo unterstützt dich, indem du die Positionen und Werte übersichtlich erfasst und das Dokument klar als Proformarechnung kennzeichnest, sodass es seinen Zweck im Versand erfüllt.

Belege, Archiv und Export für den Steuerberater

Damit deine Buchhaltung rund läuft, gehören neben deinen Ausgangsrechnungen auch deine Eingangsbelege geordnet abgelegt. Mit Billendo erfasst du Belege per Foto oder Upload, ordnest sie Kategorien zu und bewahrst sie in einem GoBD-konformen Archiv auf. Bist du vorsteuerabzugsberechtigt, kannst du die Vorsteuer aus deinen Eingangsbelegen kennzeichnen.

So hast du sowohl deine vorbereitenden Proformadokumente als auch die steuerlich wirksamen Rechnungen und die zugehörigen Belege übersichtlich an einem Ort. Das erleichtert dir die Nachvollziehbarkeit, falls du später rekonstruieren musst, welcher Vorgang zu welcher echten Rechnung geführt hat.

Für deinen Steuerberater bietet Billendo eine Exportfunktion, mit der du deine Daten gebündelt weitergibst. Bei Fragen rund um die korrekte Behandlung von Proformarechnungen, Umsatzsteuer und Vorsteuer ist dein Steuerberater die richtige Adresse. Billendo sorgt dafür, dass die Grundlage stimmt und deine Unterlagen jederzeit griffbereit sind.

Fazit

Eine Proformarechnung ist ein nützliches Werkzeug, wenn du ein rechnungsähnliches Dokument brauchst, bevor die echte Rechnung fällig ist – sei es für Vorkasse, interne Freigaben oder den Export durch den Zoll. Sie sieht aus wie eine Rechnung, löst aber in der Regel keine Umsatzsteuerwirkung aus und erlaubt dem Empfänger keinen Vorsteuerabzug. Deshalb ist die klare Kennzeichnung und die saubere Abgrenzung zur echten Rechnung so wichtig.

Mit Billendo kannst du eine Proformarechnung erstellen und anschließend nahtlos in die ordnungsgemäße Rechnung mit allen Pflichtangaben überführen – versendbar als PDF oder E-Rechnung, mit fortlaufenden Nummern und einem Dashboard, das deine echten Umsätze im Blick behält. Du kannst kostenlos starten, und Billendo wächst mit deinem Geschäft mit. Für die steuerlichen Feinheiten bleibt dein Steuerberater dein verlässlicher Ansprechpartner.

Häufige Fragen

Unterstützt Billendo verschiedene Steuersätze wie 19 % und 7 %?

Ja. Billendo unterstützt alle gängigen Steuersätze und weist 19 % oder 7 % je Position korrekt auf der Rechnung aus.

Kann ich Skonto oder Rabatte auf meinen Rechnungen ausweisen?

Ja. Du gibst Rabatte und Skonto je Position oder für die Gesamtsumme an, und Billendo berechnet alles automatisch korrekt.

Kann ich Mahnungen und Zahlungserinnerungen über Billendo versenden?

Ja. Offene Posten siehst du auf einen Blick und verschickst Zahlungserinnerungen sowie Mahnungen mit wenigen Klicks.

Bereit, den Papierkram abzugeben?